Vorgeschichte: Vor einiger Zeit bin ich von POP3 auf IMAP umgestiegen. Ist ja schick und hip, von mehreren Geräten auf seinen Mailbestand zuzugreifen und dabei auf allen Geräten immer alle Mails im Zugriff zu haben. Mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets haben auch die grossen Mailprovider den Widerstand aufgegeben und bieten IMAP-Zugriff (wenn auch teilweise mit Einschränkungen) auch in ihren kostenlosen Tarifen an (s. c’t 22/2011).
Der Haken daran: Alle Mails verbleiben auf den Servern der Anbieter (ja, ich habe mehrere Accounts bei unterschiedlichen Anbietern. Wer nicht? *g*), was mir angesichts der letzten Einbrüche (Sony etc.) doch zu denken gab. Und genau hier keimte der Wunsch nach einem eigenen Mailserver.
Nach ausgiebiger Internet-Recherche bin ich dann bei hMailServer gelandet, der sich prima auf einem WHS2011 installieren und betreiben lässt. Externe Konten werden nun wieder per POP3 abgerufen, die Mails landen dann im entsprechenden Account auf _meinem!_ hMailServer, auf den ich wiederum per IMAP zugreife. Kompliziert? Nur auf den ersten Blick.
Der Vorteile liegen auf der Hand: Meine Mails liegen, für n Geräte zugreifbar, auf einem von mir betreuten Server und tummeln sich nicht mehr im Internet. Ein Backup _aller_ Mails mit nur einem einzigen Backupjob ist problemlos machbar. Da alles zwei Seiten hat: Nun muss ich mich selbst um den sicheren Zugriff kümmern, also z.B. die SSL-Verschlüsselung. Hier kommt mir das für den Remotewebzugriff auf den WHS ausgestellte Zertifikat zugute, dazu in einem anderen Artikel weitere Infos.
Die etwas spröde anmutende Administrationsoberfläche sollte euch nicht über den Funktionsumfang hinwegtäuschen, hMailServer erfüllt alle Anforderungen an einen modernen Mailserver und wird von etlichen Carriern als MTA eingesetzt. Und auch hier kommt wieder die zweite Seite der Medaille zum Vorschein: Mailserver. Keine Kalendersynchronisation oder sowas, zumindest nicht nativ. Aber wo ein Wille ist…
Da die Konfiguration und Administration eines Mailservers nicht ganz trivial und zudem von diversen Vorraussetzungen abhängig ist, verteile ich auch dieses HowTo auf mehrere Teile – die sich explizit an Leute wenden, die “im Thema” sind, sich also mit den Begrifflichkeiten auskennen und denen bewusst ist, dass ein Konfigurationsfehler ihren Server in eine Spamschleuder verwandeln kann. Interesse geweckt? Stay tuned!

Ich nutze den hMailServer in Verbindung mit einem WAMP (IIS geht zwar prinzipiell auch, dann aber ohne ActiveSync) und Tine 2.0 (www.tine20.org). Dadurch kann ich via ActiveSync abgleichen. Aktuell (noch) mit einem Nokia E52 und einem Samsung Galaxy Ace. Funktioniert soweit prima.
Jaja, der hMailServer ist schon ein nettes Tool. Den hab ich früher, bevor ich auf Exch gewechselt habe, auch genutzt und war sehr zufrieden – was vielleicht daran lag, dass mein Ansprüche nicht so hoch waren wie heute.
Vielleicht sollte man bei RIM mal ankopfen, wo der BES-Express für den hMailServer bleibt… *gg*