Vollgas mit neuer Platte und 64Bit

Windows 7 64 Bit

Windows 7 64 Bit

Ziemlich genau ein Jahr habe ich meinen Acer TravelMate 8372T jetzt in Betrieb, ausgeliefert wurde er mit 4GB RAM und Windows 7 Professional in der 32-Bit Version. Aufgrund der niedrigen RAM-Preise habe vor ein paar Tagen auf 8GB RAM aufgerüstet und da ich mit der Windows-Installation an manchen Ecken so meine Probleme hatte, war eine Neu-Installation mit 64-Bit Betriebssystem sowieso fällig.

Da die 320GB Platte, die ab Werk verbaut war, nur mit 5.400 Umdrehungen rotiert und bedingt durch die 23GB große Recovery-Partition und mein Dual-Boot System nicht (mehr) wirklich ausreichend Platz zur Verfügung stand, musste eine grössere Platte her – SSDs scheiden aufgrund ihrer noch unverschämten Preise in dieser Grössenordnung leider aus. Meine Wahl fiel auf eine Samsung SpinPoint MP4 (HM-640JJ) mit 640GB und 7.200 Umdrehungen pro Minute. Nicht mehr ganz taufrisch, aber leistungsfähig, leise und nicht sooo energiehungrig wie z.B. eine Seagate Constellation. Und im Vergleich zu ner SSD ein echter Schnapper. ;-)

Wie üblich bleiben bei solchen Umbauaktionen diverse Software-Einstellungen auf der Strecke, namentlich bei mir: TotalCommander, WinSCP und Putty. Nachfolgend der Schnellkurs, wie man diese Einstellungen von der bereits ausgebauten Platte ins neue Live-System portiert, dazu einfach die alte Platte per USB ans neue System anklemmen.

TotalCommander:
Einfache Angelegenheit, legt TotalCommander seine Einstellungen doch im Dateisystem unter %userprofile%\AppData\Roaming\Ghisler ab, dort existieren zwei Dateien (sofern FTP-Verbindungen eingerichtet sind, sonst nur eine): wcx_ftp.ini und wincmd.ini. Diese beiden schubst ihr einfach in den entsprechenden Pfad auf dem neuen System. You’re done.

WinSCP und Putty:
Hier wird die Angelegenheit schwieriger, beide Programme legen ihre Einstellungen in der Registry ab (und nur WinSCP kann man dazu überreden, dies künftig im Dateisystem abzulegen). Ihr benötigt also den Registry-Editor, den ihr per Windows-Taste => regedit => STRG+SHIFT+ENTER starten könnt (diese Tastenkombi startet Programme “Als Administrator”; alternativ geht auch Rechtsklick => “Als Administrator ausführen”).

Im Registry-Editor klickt ihr im linken Baum auf HKEY_LOCAL_MACHINE, dann auf Datei => Struktur laden und wählt dann über “Durchsuchen” die folgende Datei _auf der per USB angeschlossenen, alten Platte!_:
\Users\<euer Benutzername>\ntuser.dat

Registry-Struktur von Platte laden

Registry-Struktur von Platte laden

Nun müsst ihr dem Zweig einen Namen verpassen, den ihr frei wählen könnt, also z.B. “AlteReg” und klickt auf OK. Der Zweig erscheint nun im linken Baum, öffnet dort den Zweig “Software” und exportiert die beiden Einträge “Martin Prikryl” (der Entwickler von WinSCP) und “Simon Tatham” (der Urheber von Putty) per Rechtsklick => Exportieren und legt sie z.B. als winscp.reg und putty.reg irgendwo auf dem (Live-)System ab. Da die Einträge auf dem Ursprungssystem unter HKEY_CURRENT_USER gespeichert waren, müssen nun beide Dateien entsprechend mit dem Texteditor eurer Wahl bearbeitet werden (ich nutze Notepad++).

Ersetzt in beiden Dateien alle Vorkommnisse von HKEY_LOCAL_MACHINE\AlteReg durch HKEY_CURRENT_USER und speichert die geänderten Dateien ab. Erst jetzt könnt ihr beide Dateien nacheinander per Doppelklick in die Registry importieren. Et voilá, in WinSCP und Putty tauchen eure gespeicherten Sessions wieder auf. Dauert auch alles nur zwei Minuten, wenn man weiß, wie es geht. ;-)

Einstellung in WinSCP.ini speichern

Einstellung in WinSCP.ini speichern

Noch ein Nachsatz zu WinSCP:

Wer sich für zukünftige Umzugsaktionen die Arbeit einfacher machen oder die WinSCP-Sessions auf mehreren Systemen nutzen möchte, kann in WinSCP über Einstellungen => Speicher den Speicherort für die Konfiguration auf die WinSCP.ini umstellen. Die findet ihr übrigens hier:
%userprofile%\AppData\Local\VirtualStore\Program Files (x86)\WinSCP\

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