Einen Monat ohne neuen Eintrag hier hab ich schon hinter mir.
Fehlt mir etwas? Ehrlich gesagt, nein.
Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe mehr Zeit für die realen Dinge, mehr Zeit für mich, kann mich mit Dingen beschäftigen, die noch vor acht Wochen einfach liegengeblieben sind. Kurz gesagt: Mein digitales Leben hatte sein reales Alter Ego schon so gut wie überholt.
Es war also an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen und sich auf das wirkliche Leben zu besinnen. Meine > 200 Feeds, die ich bis vor wenigen Wochen noch mehrmals täglich (30 Minuten Update-Intervall im Feedreader) gelesen und auch kommentiert habe, sind auf ca. 30 Feeds zusammengeschmolzen. Eine wirkliche Informationslücke konnte ich trotzdem bisher nicht feststellen.
Wer selbst bloggt hat ja ein Gefühl dafür, wie zeitintensiv das Schreiben neuer Beiträge und vor allem die damit verbundenen Vorarbeiten und Recherchen sind. All das belastet mich nicht mehr, ich habe auch ohne mein (immer noch geliebtes) Blog mehr als genug um die Ohren, sowohl beruflich als auch privat.
Doch ich habe nicht nur hier die Notbremse gezogen, auch sonstige Online-Aktivitäten habe ich stark eingeschränkt und tummle mich nur noch in einer handvoll Foren und das auch nicht mehr täglich. Tweets gehen mir mittlerweile vollständig am Allerwertesten vorbei, Facebook Status-Updates muss ich auch nicht (mehr) in Echtzeit auf dem Berry lesen.
Die Liste ist noch nicht vollständig, aber ich belasse es mal dabei und wage einen kurzen Blick in die Zukunft:
Wird es j-sys.de weiterhin geben, wird dieses Blog weiter existieren?
Ja, definitiv. Ich werde j-sys.de nicht vollständig aufgeben.
Aber?
Ein “Aber” gibt es bei solchen Aussagen ja immer. Mein “Aber” sieht eine Umorientierung des Blogs vor, nicht mehr Tech- und Geek-Stuff geschmückt mit privaten Einlagen zur Wohnungsrenovierung, sondern hin zu dem, was mich -den realen Menschen- wirklich bewegt und ausmacht. Geek der ich bin wird da sicher noch genug in dieser Hinsicht über bleiben, aber eben noch viele andere Dinge mehr.
Und wann?
Diese Frage kann ich derzeit nicht wirklich beantworten, denn für einen Neuanfang will ich auch und vor allem auf eine andere Blogsoftware umsteigen – was wieder Zeit erfordert, die ich derzeit nicht habe. Es steht aber auf der ToDo-Liste ziemlich weit oben.
Und warum das alles?
Jeder Blogger wird diese Frage schonmal gehört haben, warum er eigentlich bloggt. Keiner kann es wirklich treffend beantworten, ich auch nicht. Es macht mir einfach Spass zu schreiben und den bisherigen Feedbacks habe ich entnehmen können, das der ein oder andere hier Hilfe zu einem Problem erhalten hat. Das spornt eben an. Oder sich einfach nur den Frust von der Seele schreiben zu können und via Feedback merken, das man gar nicht so verdreht denkt, wie man selbst meint.
In diesem Sinne, bis die Tage – ich komm’ wieder, keine Frage…