VMWare Server 2 – lohnt der Umstieg?

Ich hatte bereits im September mit Version 2 der Virtualisierungssoftware VMWare Server herumgespielt und in einem Anflug von Wahnsinn auch alle meine VMs auf die neue Version konvertiert. Aber von vorn:

Mit VMWare Server 2 hat eine webbasierte Verwaltung der VMs Einzug gehalten, die von Version 1 bekannte VMWare Server Console ist damit verschwunden (der Grund dafür, warum mein VBSkript nicht mehr funktioniert). Wer VMWare Server auf seinem Arbeitsplatz-Rechner|Laptop betreibt, wird sich über die Webverwaltung nicht wirklich freuen: RAM-Verbrauch und CPU-Last schießen dadurch unwahrscheinlich in die Höhe, für die Webverwaltung wird ein Gespann aus Apache|Tomcat eingesetzt, das nunmal seine Ressourcen fordert.

Der Betrieb von zwei VMs gleichzeitig ist damit auf meinem Laptop (XP Pro SP3, 2GB RAM) zwar noch möglich, geht aber nur noch sehr schleppend. Für die Webverwaltung der VMs wird im Browser ein AddOn installiert, das mit > 20MB auch nicht grad ein Leichtgewicht ist und den Browserstart und das Handling meines Firefox auch eher schleppend macht.

Wer über passende Hardware in Form eines Servers verfügt, für den ist die Webverwaltung natürlich ne prima Sache, da lokal (bis auf das AddOn) keine Software mehr installiert werden muss und sich remote Maschinen deutlich einfacher managen lassen als bisher. Im großen und ganzen ähnelt die Webverwaltung doch stark der Console des ESXi, auch das Speichern|Ablegen der VMs im sog. Datastore ist beim großen Bruder ESXi entlehnt.

Wer sich nicht mit Browser AddOns herumschlagen will, kann sich den VMWare Infrastructure Client installieren und seine VMs damit verwalten, auch hier wird die Verwandschaft zum ESXi deutlich – mit dem selben Client lässt sich nämlich auch ein ESXi-Server verwalten. Performanter wird die Verwaltung und der Betrieb lokaler VMs dadurch allerdings auch nicht.

Der Client findet sich nach der Installation von VMWare Server 2 hier:
%programfiles%\VMware\VMware Server\hostd\docroot\client\

Bestehende VMs, die mit VMWare Server 1.x erstellt wurden, können und sollten über den “Upgrade Virtual Hardware” Assistenten auf die neue Version konvertiert werden – was eigentlich zu einer Performance-Steigerung führen soll, dies kann ich allerdings nicht bestätigen.

Eine Rückkonvertierung auf das alte Format ist nicht vorgesehen, damit sind die VMs nicht mehr unter VMWare Server 1.x lauffähig. Also vor dem Konvertieren überlegen, ob das wirklich sein muss.

Im Nachhinein muss ich sagen, das sich der Umstieg auf VMWare Server 2 für mich nicht gelohnt hat, ich habe dadurch eher Nach- als Vorteile. Daher nutze ich bei Kollegen nun lieber die “alte” Version, die mit Release 1.0.8 aber nochmals ein Update erhalten hat.

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6 Antworten auf VMWare Server 2 – lohnt der Umstieg?

  1. Sven sagt:

    Hi Jörg,

    ob der neue VMware-Server vordergründig ein Schritt in die falsche Richtung war, frage ich mich zur Stunde auch noch. Tomcat und Co. sorgen nicht gerade dafür, dass es sich um die gewohnt schlanke Virtualisierungslösung handelt. Andererseits arbeitet der Server nun mit Core-Komponenten seines großen Bruders (ESX), der an einigen Stellen durchaus Vorteile bietet. Aber wie heisst es so schön? Das muss jeder für sich ausmachen ;)
    In diesem Sinne, dennoch weiterhin viel Spass beim Virtualisieren :)

    Gruß
    Sven

  2. Jörg sagt:

    Welche Vorteile ergeben sich deiner Meinung nach?
    Ich meine, ich nutze VMWare Server auf meinem Laptop eigentlich nur “um mal schnell ne VM laufen zu lassen”.

    Wenn ich wirklich permanent VMs laufen lassen will, installier ich mich dir gleich den ESX(i) und fang nicht mit VMWare Server unter an.

  3. Heiko sagt:

    Hallole,

    ich habe auch VMware Server 2.0 probiert und war entsetzt, als mir damit ein Apache Tomcat untergejubelt wurde, ein kompletter Java Applikationsserver, was ich leider auch nur als Bremse kenne. Ansonsten sehe ich die Installation eines Webservers zunächst aus Prinzip als nicht einschätzbares Risiko. Ich möchte eine virtuelle Umgebung ja, aber keinen Webserver aus meinen Rechnern machen.

    Der VI ist auch nicht der tollste Hit. Ich habe unter Windows getestet und da wollte er .NET 2.0 haben.

    Es ist sicher Geschmackssache, aber für mich hat sich VMware damit zunächst einmal ins Abseits geschossen, auch wenn VMware Server 2 jetzt wohl USB 2.0 kann.

    Ich hoffe der Stunt wird nicht auch mit der Workstation gemacht, die ich mir gar gekauft hatte. Wo ich den Server habe ist jetzt 1.0.8 dran und danach werde ich mal wieder die eigentlich schon verworfenen Alternativen der Virtualisierung wieder ausloten.

    Gruß
    Heiko

  4. Jörg sagt:

    Was spricht gegen .NET? Es werden immer mehr Programmen nur noch laufen, wenn ein (hoffentlich aktuelles!) .NET-Framework installiert ist. Umgehauen hat mich der VI-Client aber auch nicht…

    Mittlerweile läuft auf meinem Laptop auch wieder VMWare Server 1.0.8 – und im Büro ein ESXi auf entsprechend schneller Hardware (DualXeon, 16GB RAM, 1TB RAID10-System). ;-)

    Bevor ich die 1.0.8 wieder installiert habe, habe ich mir die anderen Virtualisierungsprodukte mal angeschaut: Alle ganz nett, aber wenn man sich mal an VMWare gewöhnt hat, bleibt man letztlich doch dabei.

  5. Ren sagt:

    Ich habe es auch versucht. Aber ich habe auch nach einem Wochenende Testen das Netzwerk nicht zum Laufen bekommen. Also, kurzerhand wieder gedowndated. Ansonsten rannte Windows 7 ganz nett. Die Verwaltung über den Browser fand ich dämlich, und dieses Gesöcks, was da mitgebracht wird, nervte auch.
    Jetzt versuch ich noch mal VirtualBox, vielleicht ist das ja besser.

  6. Jörg sagt:

    @Ren:
    VirtualBox hat mich nicht begeistern können. Ich bleibe bei VMWare, allerdings beim Server 1.x (aktuell ist grad die 1.0.9).