Wie bereits angekündigt startet hiermit die Artikelserie zum Thema Backup mit “Hausmitteln” – man muss -auch im Firmenumfeld- keine Unsummen für Backupsoft-|Hardware ausgeben. Der sinnvolle Einsatz von kostenlos verfügbaren und teilweise sogar in Windows implementierten Tools reicht für einen Großteil der Sicherungsszenarien aus.
Doch bevor es richig losgeht, muss ein bisschen graue Theorie sein. So sollte man sich _VOR_ der Ausarbeitung eines Konzepts erstmal Gedanken über die möglichen Arten einer Datensicherung machen, denn Backup ist nicht gleich Backup.
Zum ersten wäre da die Möglichkeit, sog. Images zu erstellen. Dabei handelt es sich um Abbilder entweder des ganzen Systems oder einzelner Partitionen. Bekannte und bewährte Produkte am Markt, aber eben nicht kostenlos, sind z.B. Acronis TrueImage oder Storagecraft ShadowProtect. Lediglich die Freeware DriveImage XML kann für lau genutzt werden – wenn man deutliche Abstriche beim Komfort macht.
Ich selbst nutze seit Jahren Acronis TrueImage, aber Image-Programme sollen hier nicht das Thema sein, auch wenn deren Einsatz für einzelne Systeme absolut sinnvoll und empfehlenswert ist.
Die zweite Möglichkeit, seine Daten zu sichern, ist die Synchronisation und die dritte, auf die ich hauptsächlich eingehen werden, das klassiche Backup in Form von Vollbackup und differentiellen|inkrementellen Zusatzsicherungen.
Wo ist da nun der Unterschied?
Beim Synchronisieren gleiche ich eine Quelle mit dem Ziel ab und wiederhole alle Vorgänge, die in der Quelle stattgefunden haben, auch auf dem Ziel – das schließt das Löschen von Dateien|Verzeichnissen mit ein. Lösche ich also in der Quelle die Datei Budget2008.xls und synchronisiere meinen Datenbestand, ist auch im Ziel die Datei Budget2008.xls nicht mehr vorhanden.
Bei einem Backup kopiere ich lediglich von der Quelle zum Ziel – nicht mehr, nicht weniger, ich lösche also im Ziel erstmal nichts, auch wenn die Datei in der Quelle nicht mehr vorhanden ist.
Welche Tools werden benötigt?
Windows bringt ja mit ntbackup bereits eine Backupsoftware mit, die zwar viel gescholten, aber so schlecht gar nicht ist. Desweiteren stellt Microsoft mit robocopy ein mehr als mächtiges Tool zur Verfügung, das sowohl die Synchronisierung als auch das klassische Backup beherrscht. Ein richtig gutes Backup benachrichtigt per Mail – diese Funktionalität muss man sich selbst bauen, dafür verwende ich die Freeware Blat sowie die eventtriggers unter Windows.
Soviel zur “Vorgeschichte” – bevor es hier richtig losgeht, muss ich selbst noch an ein paar Skripten arbeiten, bevor ich diese dann hier veröffentliche. Ganz trivial ist dieses Vorhaben nicht, aber es ist -mit dem Einsatz von ein wenig Hirnschmalz- durchaus zu realisieren.
Da bin ich gespannt, was du neben dem Switch /MIR aus dem Hut zauberst. Mir reicht die Robocopy-Gui dazu. Freue mich auf deine Beiträge und werde gerne drauf verlinken
Hehe, der Trick liegt ja gerade darin, den Schalter /MIR _NICHT_ (zu häufig) zu gebrauchen.
Derzeit laufen einige der Skripte schon produktiv inner Firma, wenn sich das in den nächsten Tage bewährt, ….
Warum sollte ich zum synchen nicht /MIR nehmen? Jetzt bin ich verwirrt. Ich will ja nur händisch A und B synchron halten, wobei A immer die absolute Quelle ist.
Ja, schon richtig, aber einfach nur synchen hat halt den Nachteil, das man in der Quelle versehentlich gelöschtes nicht mehr wiederherstellen kann. Zum reinen Abgleichen ist /MIR natürlich perfekt – was glaubtst du, wie ich mein Software-Archiv sichere?
Auf Deine Scripte bin ich gespant. Welche Scriptsprache (nennt man das so?) nutzt Du? Ich selbst bin Fan von AutoHotkey!
@Horst:
Ich verwende gar keine Skriptsprache, nur die Batch-Befehle von Windows selbst – zumindest für diesen Artikel. Ich möchte niemanden zumuten, sich erst mit dem Syntax einer Skriptsprache anfreunden zu müssen, um das umzusetzen.
Hm, da bin ich jetzt aber auch wirklich mal gespannt. Auch ich setze Robocopy in einer Firma ein, die nicht bereit war, teure Lösungen zu kaufen, und sie hat schon einen Euronen gerettet, weil Mitarbeiter Dateien wieder bekamen, die sie versehentlich gelöscht hatten. /MIR findet also auch bei mir keinen Anwendung. Was ich noch nicht vollständig gelöst habe ist folgendes Szenario: Anwender “Doof” öffnet Dokument XYZ.EXT, markiert alles, drückt die Leertaste, erschrickt, und speichert gleich mal ab. Dann verschwindet er eine Woche, um dann zu fragen, wie man die Datei wieder herstellt. Ungelogen, genau so passiert. Ich bastle noch an einer zufriedenstellenden Lösung…