VMWare: Netzzugriff mit MS Loopback Adapter

ACHTUNG!
Dieser Artikel bezieht sich nur auf VMWare Server 1.0.x – mit Version 2 ist alles anders, Bericht folgt!

Ein Kollege kam mit einem Problemchen zu mir:
Er hat VMWare Server auf seinem Laptop installiert und präsentiert darauf beim Kunden Software – das funktioniert auch ohne aktive Netzwerkverbindung auf dem Laptop. Da dem VMWare Server aber die SharedHosts-Funktion fehlt, ist für den Zugriff aus einer VM auf den Host eine aktive Netzwerkverbindung nötig.

Folgende Schritte sind dazu nötig:
- Installation|Konfiguration des MS Loopback Adapters auf dem Laptop
- Hinzufügen des MS Loopback Adapters zur VMWare Netzwerkkonfiguration
- Hinzufügen einer zweiten (weiteren) Netzwerkkarte zu jeder virtuellen Maschine
- Konfiguration der neu hinzugefügten Netzwerkkarte
- ggf. Anpassen der lokalen Firewall, falls installiert

Installation Loopback Adapter abgeschlossen

Installation Loopback Adapter abgeschlossen

Der MS Loopback Adapter ist schnell installiert, dafür reicht folgende Syntax an der Console:
devcon install %windir%\INF\netloop.inf *msloop

Wie schon bei den VMWare-Skripten (1,2,3) wird das Tool DevCon von Microsoft benötigt; bestenfalls legt man sich das Tool in einem beliebigen Ordner ab und fügt diesen zur Umgebungsvariable %PATH% hinzu. Nach Abschluss der Installation taucht ein neuer Eintrag bei den Netzwerkverbindungen auf.

(Auf dem Screenshot ist der Adapter bereits umbenannt und deaktiviert, normalerweise taucht er nach der Installation als aktivierter Adapter “LAN-Verbindung n” auf)

IP-Vergabe Loopback Adapter

IP-Vergabe Loopback Adapter

Und so sieht dann die IP-Vergabe für diesen Adapter aus, es sind nur Angaben zu IP-Adresse und Subnetzmaske nötig, die restlichen Felder dürfen leer bleiben.

WICHTIG:
Die hier vergebene IP-Adresse darf keinesfalls mit lokalen IP-Adressen in Konflikt stehen; auch darauf achten, das man keinen IP-Bereich eines per VPN angebundenen, externen Standorts erwischt!

Nun gilt es, den MS Loopback Adapter in die Netzwerkkonfiguration einzubinden, dazu müssen alle VMWare-Dienste und Netzwerkkarten gestartet|aktiviert werden (siehe meine Skripte). Wenn das erledigt ist, aus dem Startmenü “Manage Virtual Networks” aufrufen und auf die Registerkarte “Host Virtual Network Mapping” wechseln. Ich habe VMnet2 an den Loopback Adapter gebunden, das geht ganz einfach durch Auswahl des Adapter aus dem Drop-Down-Feld.

Loopback Adapter als VMnet2 einbinden

Loopback Adapter als VMnet2 einbinden

Nach dem Klick auf Übernehmen und kurzer Wartezeit taucht der neue Adapter auf der Registerkarte Summary auf.

Summary

Summary

Obacht!
Auf der Registerkarte Automatic Bridging muss der Loopback Adapter explizit für das Bridging deaktiviert werden!

Automatic Bridging

Automatic Bridging

Nun kann die VMWare Server Console|VMWare Server Home Page gestartet werden, die nachfolgenden Screenshots sind aus der Version 2 des VMWare Servers. In Version 1 funktioniert das ganze aber genauso, sieht halt nur etwas anders aus. ;-)

Auf der VMWare Server Home Page wählt man links den Server und klickt dann rechts auf “Add Hardware”, was den Hardware-Assistenten startet. Dort wählt man “Network Adapter” aus…

Netzwerkkarte hinzufügen

Netzwerkkarte hinzufügen

…und dann den eben als “VMnet2″ angelegten Loopback Adapter.

Loopback Adapter auswählen

Loopback Adapter auswählen

(Funktioniert in der Console|Version 1 analog: links VM auswählen, dann “Add Hardware” usw.).

Jetzt kann die eben bearbeitete VM gestartet werden, dort steht nun (wie schon auf dem Laptop) eine weitere Netzwerkkarte zur Verfügung. Dieser muss nun ebenfalls eine statische IP-Adresse|Subnetzmaske verpasst werden, die logischerweise zu der auf dem Laptop passen muss; ich habe die 10.0.0.254|255.255.255.0 genommen – und meiner Firewall beigebracht, das 10.0.0.0/24 ein vertrauenswürdiges Netz ist, andernfalls passiert da nix in punkto Datenaustausch.

Nun kann bedenkenlos das Netzwerkkabel am Laptop gezogen werden, der Datenaustausch zwischen VM und Host passiert nun über die 10er IP-Adressen.

Auf dem Host muss der Loopback-Adapter beim Starten der virtuellen Maschine bereits aktiv sein, in der VM selbst kann er auch erst während des Betriebs aktiviert werden; da ich gern alles deaktiviere|beende, was grad nicht gebraucht wird, finden zwei weitere Zeilen Einzug in meine Skripte.

Zum Aktivieren des MS Loopback Adapters:
devcon enable @ROOT\NET\0001 für die cmd-Version und
ws.Run "devcon enable @ROOT\NET\0001", 7, true für das VBSkript.

Und analog zum Deaktivieren:
devcon disable @ROOT\NET\0001 für die cmd-Version und
ws.Run "devcon disable @ROOT\VMWARE\0001", 7, true für das VBSkript.

Obacht!
Hier verbirgt sich eine Stolperfalle, da die Geräteinstanzkennung “0001″ nicht zwingend ist; diese ist fortlaufend und startet bei “0000″, bei mir steht da nur deshalb die “0001″, weil ich (wie im ersten Screenshot zu sehen) bereits manuell ein Netzwerkkarte hinzugefügt habe (TeamViewer VPN). Bei euch wird zu 99% die “0000″ richtig sein!

Um sicherzugehen, öffnet den Gerätemanger, erweitert “Netzwerkadapter” und doppelklickt auf den Eintrag “Microsoft Loopbackadapter” – auf der Registerkarte Details kann die Geräteinstanzkennung abgelesen werden.

Geräteinstanzkennung

Geräteinstanzkennung

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